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TSV Buchbach – der Dorfclub in der Viertklassigkeit

TSV Buchbach

Foto: Imago/Sepp Spiegl

Nur knapp 3.000 Einwohner zählt das in Oberbayern gelegene Buchbach und doch hält sich der örtliche Sportclub TSV Buchbach nun schon seit längerer Zeit in der Viertklassigkeit, nämlich in der Regionalliga Bayern. Immer wieder verblüffen solche Geschichten aus derart kleinen Orte, in denen äußerst erfolgreich Sport getrieben wird. Da lohnt ein näherer Blick auf die Historie des TSV Buchbach, der natürlich nicht gleich soweit oben im Fußball beginnen konnte. Wie hat sich der TSV Buchbach seit seiner Gründung zu dem entwickelt was er heute ist?
Wir schauen detailliert auf die Anfangszeiten und den weiteren Verlauf des TSV Buchbach.

TSV Buchbach als Turnverein gegründet

1913 wurde der Club TSV Buchbach gegründet, der aber zunächst vor allem ein Turnverein war, wie auch der Name deutlich macht. Als Ballspiel betrieb man damals noch Faustball, ansonsten widmete man sich dem Kunstturnen, dem Naturturnen und der Leichtathletik. Erst mit der immer weiteren Verbreitung des Fußballs entstand auch in Buchbach der Wunsch, eine Fußballmannschaft zu gründen. Man spielte zwar schon Fußball, meist gegen die Nachbarn aus Velden, Taufkirchen oder Ampfing. Offizieller Teil des TSV Buchbach war man aber noch nicht. Und gegen diese Idee regte sich ohnehin Widerstand. Auf einer Vereinsversammlung im Jahr 1929 zeigte sich Protest dagegen, die Fußballer mit den Turnern unter einem gemeinsamen (Vereins-) Dach unterzubringen. Das brächte den Turnverein “in Gefahr”, wie man in jener Zeit argumentierte.

Wenig Geld in den Anfangstagen vorhanden

Im Januar 1930 war es dann allerdings doch soweit. Der Verein nahm die Fußballer unter seine Fittiche und diese waren mit der Entscheidung vom 11.01.1930 nun auch offizieller Teil des Vereins. Allerdings dauerte es noch bis Mai 1930, ehe sich die neue Abteilung dann auch tatsächlich konstitutierte. Klar geregelt wurde damals: Bei Auswärtsfahrten haben die Spieler selbst für ihre Kosten aufzukommen. Dafür übernimmt der Verein die Kosten für die fürs Fußballspiel nötigen Gerätschaften. Man musste eben in vielerlei Hinsicht sparen. Erst im August 1930 konnte man die Aufwendungen für Tornetze leisten. Im Oktober 1931, ist in den Aufzeichnungen der Vereinschronik vermerkt, beantragte die Fußballmannschaft den Kauf eines neuen Balles. Eines Balles für eine gesamte Fußballmannschaft! So war das in der Anfangszeit beim TSV Buchbach.

Sportanlagen selbst errichtet

1932 hatte man schon so viele an Fußball interessierten jungen Männer um sich gescharrt, dass man gemeinsam den Bau eines Fußballplatzes angehen konnte. Das wurde auf einem Grundstück des Brauereibesitzers Albert Bach in Angriff genommen und auch bewältigt. Damit konnte man auch endlich am normalen Spielbetrieb teilnehmen, wenn bis zum Krieg auch nur auf bescheidenem Niveau, nämlich jeweils in der Kreisklasse B und A. Mit der Teilnahme an der Kreisklasse A war aber immerhin schon mal ein erster Aufstieg geschafft, von dem später noch viele weitere folgen sollten. Doch zunächst unterbrach auch hier der Zweite Weltkrieg die Fortentwicklung des Vereins und damit auch der Fußballabteilung im TSV Buchbach.

Rudi Zeiser aus Buchbach Meister mit 1860 München

Nach dem Krieg war dann aber ein großer Hunger nach sportlicher Betätigung zu stillen. Diesem großen Interesse war es auch zu verdanken, dass man schon in den 1950er Jahren daran ging, die Infrastruktur des Vereins auszubauen und neue Sportstätten zu errichten. Diese wiederum stellen die Basis dafür da, dass der TSV Buchbach sich in der A-Klasse etablieren konnte. Damals wurde dies als großer Erfolg angesehen, nicht ahnend, wie weit es für den Club später noch hinaufgehen sollte.

Besonders stolz war man in dieser Zeit aber auf jemand anders, der es an einem anderen Ort zu großem Erfolg im deutschen Fußball gebracht hatte. Der vom TSV Buchbach stammende Rudi Zeiser war nach München zum TSV 1860 gewechselt – und wurde mit diesem Club Deutscher Meister 1966 in der neu gegründeten Bundesliga.

Schließlich sollte dann doch der Aufbruch in ganz andere Gefilde für den TSV Buchbach erfolgen. Dies war, wie so häufig im Amateurfußball, dem Einstieg eines Mäzens zu verdanken, der den Club finanziell ab Beginn der 1990er Jahre unterstützte. Mit diesen neuen Möglichkeiten reihte man so Aufstieg an Aufstieg und landete schließlich im Jahr 2004 in der zweithöchsten Spielklasse in Bayern, nachdem man Anfang der 1990er Jahre noch in der zweitniedrigsten Klasse geweilt hatte.

Rekordserie im deutschen Fußball

Zwischen August 1995 und Mai 1998 brachte man dabei sogar das Kunststück fertig, einen Rekord im deutschen Fußball aufzustellen. Sage und schreibe 75 Spiele blieb man in Folge ungeschlagen, obwohl man durch diese großen Erfolge zwischendurch natürlich aufgestiegen war. Dieser Rekord wurde erst 2006 vom TSV Stahl Riesa mit 78 Spielen ohne Niederlage überboten. Natürlich ist man weiterhin stolz auf diesen einstigen Rekord und er bleibt auch selten unerwähnt, wenn die Rede auf den TSV Buchbach kommt.

Danach feierte man aber noch größere Erfolge, die zunächst mit dem Aufstieg in die Bayernliga 2008 und schließlich der Qualifikation für die Regionalliga Bayern im Jahr 2012 endeten.
Seitdem spielt man ununterbrochen in der Viertklassigkeit und erreichte mit sehr guten Endplatzierungen bis auf zwei Ausnahmen auch stets einen einstelligen Tabellenplatz. Die letzten beiden Saisons waren nicht so erfolgreich, als man 14. und 12. wurde.

Fast jeder Dritte Buchbacher sieht die Spiele des TSV

Dafür schnupperte man in der Saison 2014/15 mit einem 4. Platz sogar ein wenig am Aufstieg in den Profifußball. Damit wäre man einer der kleinsten Orte gewesen, die je im deutschen Profifußball aktiv waren.
Doch dazu kam es bekanntlich nicht und aktuell wäre man beim TSV Buchbach froh, wenn man in der kommenden Saison erneut nichts mit dem Abstieg aus der Regionalliga Bayern zu tun hätte.

Aktuell ist Anton Bobenstetter Trainer der I. Mannschaft des TSV Buchbach. Kapitän des Teams ist Maximilian Hain, der vom TSV 1880 Wasserburg nach Buchbach gekommen war. Bis auf die Spieler Florian Shalaj aus dem Kosovo, Dusan Jevtic mit bosnischen Wurzeln, Patrick Walleth mit rumänischen und Aleksandro Petrovic mit serbischen Wurzeln sind alle Spieler im aktuellen Kader des Clubs deutsch, wie es in diesen Regionen des Fußballs immer noch häufig der Fall ist. Der Zuschauerschnitt des TSV Buchbach lag in der abgelaufenen Saison bei durchschnittlich 846 Zuschauern in der heimischen SMR-Arena – bei ca. 3.100 Einwohnern, die Buchbach zählt.

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