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Russlands Fußballer ebenfalls in das landeseigene Dopingsystem integriert?

Die Nachricht kam just an jenem Tag an die Öffentlichkeit, als die Nationalmannschaft von Russland als erster Gastgeber eines Confed Cups überhaupt bereits nach der Vorrunde ausgeschieden war. Die Mail on Sunday ließ eine echte Bombe für den Fußball platzen: Der gesamte Kader von Russlands Nationalmannschaft bei der WM 2014 steht unter Dopingverdacht, dazu 11 weitere Spieler aus Russland. Dabei soll es sich nicht um individuell betriebenes Doping handeln, sondern Teil der riesigen Affäre um vom Staat Russland organisiertes Doping handeln, bei dem Sportler aus etlichen Sportarten gedopt worden sein sollen. Der sogenannte “McLaren-Report” hatte das vor Monaten öffentlich gemacht, ohne dabei Namen von Sportlern zu nennen.
Dieser wurde von der WADA, der weltweiten Anti-Doping-Agentur in Auftrag gegeben und von Sonderermittler Richard McLaren erstellt. Die Zahl der gedopten Athleten soll die Zahl von 1.000 überschreiten und mehr als 30 Sportarten im russischen Sport betroffen sein. Davon, dass auch die Fußballer dazu zählen, war bislang nicht die Rede.

Flächendeckendes Doping schon bei Sotschi 2014

Das sportliche Scheitern der Russen beim im eigenen Land ausgetragenen Confed Cup rückte mit dieser Nachricht sofort wieder in den Hintergrund.
Gerade erst musste Wladimir Putin das Ausscheiden seiner Mannschaft hinnehmen, da stand er schon wieder im Kreuzfeuer der Kritik und musste sich verteidigen. Schließlich soll das flächendeckende Doping im russischen Sport von höchster Stelle gedeckt worden sein. Bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi waren Dopingproben ausgetauscht oder manipuliert worden. Ein Whistleblower, der inzwischen in den USA lebt, hatte diese Informationen veröffentlicht.

Dass dieser umfangreiche Skandal nun auch in Russlands Fußball schwappt, gar in die komplette Nationalmannschaft, kommt natürlich zur Unzeit. In knapp 11 Monaten beginnt die erstmals in Russland ausgetragene WM 2018.
Die FIFA untersuche die Vorfälle, wurde aus Zürich, dem Sitz der FIFA, verlautbart. Mehr war bislang nicht zu diesen Vorwürfen zu hören.

Positiver Effekt vom Confed Cup sofort verpufft

Im Falle der zahlreichen überführten Leichtathleten war es so gewesen, dass ein Großteil von ihnen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro
2016 gesperrt wurden. Doch wie sollte im Fall der Fälle eine WM in Russland 2018 über die Bühne gehen, wenn das Team des Gastgebers – oder zumindest sein eigentlich erster Kader – gesperrt wäre? Das wäre sowohl sportlich und bezogen auf das Interesse der Zuschauer ein Fiasko, als auch in der Außenwirkung für das WM-Turnier, das immer noch das Kernstück der Aktivitäten der FIFA darstellt. Einige Sponsoren waren letztens schon neben der normalen Fluktuation abgesprungen. Das könnte sich im Zuge dieser Vorwürfe noch einmal beschleunigen.

Dabei hatte man in Russland gehofft, mit den Ereignissen beim Confed Cup weiter Werbung für die kommende WM 2018 in insgesamt 12 russischen Städten gemacht zu haben. Organisatorisch lief alles wie am Schnürchen, auch ließ sich kein Hooligan im Umfeld des Turniers blicken. Russische Hooligans hatten bei der EM 2016 in Frankreich noch halb Marseille auseinander genommen, auch im Stadion selbst gewütet.

Nun also diese Nachricht, die einen dunklen Schatten auf die kommende WM, auf den Fußball und vor allem auf den gesamten Sport in Russland wirft.

All diese russischen Nationalspieler unter Verdacht

Betroffen von den Vorwürfen sind diese Spieler, die größtenteils noch als Profis aktiv sind. Der Kader der Russen in Brasilien 2014 umfasste diese, teils sehr namhaften Spieler:

  • Igor Akinfejew
  • Juri Lodygin
  • Sergei Ryschikow
  • Wassili Beresuzki
  • Wladimir Granat
  • Sergei Ignaschewitsch
  • Andrei Jeschtschenko
  • Dmitri Kombarow
  • Alexei Koslow
  • Georgi Schtschennikow
  • Andrei Semjonow
  • Igor Denissow
  • Alan Dsagojew
  • Wiktor Faisulin
  • Denis Gluschakow
  • Pawel Mogilewez
  • Oleg Schatow
  • Juri Schirkow
  • Alexei Ionow
  • Maxim Kanunnikow
  • Alexander Kerschakow
  • Alexander Samedow

Trainer des Teams war der Italiener Fabio Capello, der nicht zwingend Mitwisser sein muss. Dennoch würde es überraschen, wenn er zumindest nichts geahnt hätte, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

Dass fünf Spieler aus diesem 23er-Kader auch in Russlands Kader des Confed Cups vertreten waren, spielt da kaum noch eine Rolle angesichts der Ausmaße des im Raum stehenden Dopings während bzw. vor einer WM wie jener 2014 in Brasilien.

Das waren diese fünf Kicker:

  • Igor Akinfejew
  • Dmitri Kombarow
  • Denis Gluschakow
  • Alexander Samedow
  • Juri Schirkow

Doch die Resultate bei Confed Cup 2017 und WM 2014 – beide Mal das Aus nach der Vorrunde – interessieren weniger als die Ungeheuerlichkeit, dass die WM von einem Gastgeber ausgetragen werden könnte, der völlig systematisch seine gesamte Nationalmannschaft dopt. Da fallen die übrigen 11 Fußballer aus Russland, bei denen es Unregelmäßigkeiten bei der Dopingprobe gegeben haben soll, kaum noch ins Gewicht.

FIFA wird wohl ausweichen und beschwichtigen

Wie reagiert die FIFA nun? Es ist nicht zu erwarten, dass man Russland noch das Turnier entziehen wird, egal, was an den Anschuldigungen dran ist. Die FIFA kann nicht die Veranstaltung, die ihr größter Goldesel ist, einfach absagen – aus ihrer Sicht jedenfalls. Dass sauberer Sport dabei auf der Strecke bleibt, würde die FIFA wohl kaum kümmern. Noch viel wichtigere Dinge wie Menschenrechte und gar die Sicherheit von Leib und Leben der Bauarbeiter hat die FIFA ja auch schon bei der Errichtung und Renovierung der Stadien in Russland nicht wirklich interresiert.

Russlands Sportchef Witali Mutko beeilte sich umgehend, das ganze als Kampagne englischer Medien abzutun.

“Im Fußball gab es nie Doping und wird es auch nicht geben.

Diese Aussage im Stile völliger Verblendung der Realitäten – schließlich gab es schon genügend Dopingfälle im Fußball – zeigt mehr als nur ansatzweise, wes Geistes Kind die Verantwortlichen in Russland sind.

Doch die Hoffnung ist gering, dass die FIFA ernsthaftes Interesse haben wird, ihr eigenes Produkt durch dann möglicherweise nachgewiesenes Doping zu beschmutzen. Die erhoffte Reform nach dem Wechsel von Sepp Blatter zu Gianni Infantino war schließlich auch ausgeblieben. Im Gegenteil, wurden sogar Mitglieder der Ethik-Kommission gefeuert, weil sie Infantino gefährlich werden könnten. Die einzige ernsthafte Möglichkeit, dass die FIFA wirklich etwas an ihren offensichtlichen Problemen, von denen dieser mögliche Dopingskandal nur ein weiteres ist, etwas ändert, wäre, wenn die Sponsorengelder ausblieben. Doch selbst dann sprängen voraussichtlich Unternehmen aus jenen Ländern ein, die sich ebenfalls kaum um Menschenrechte kümmern, aus China, aus Katar – und eben aus Russland.

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