SpVgg Greuther Fürth

SpVgg Greuther Fürth

Der derzeitige Fußball Zweitligist SpVgg Greuther Fürth, gegründet im Jahre 1903, hieß damals nur SpVgg Fürth. Mit dem Entstehen weiterer neuer Abteilungen im Verein entwickelte sich die SpVgg Fürth so gut, dass sie 1914 mit 3000 Mitgliedern größter deutscher Sportverein war. Schon lange vorher im Stadtwappen von Fürth, ziert das dreiblättrige Kleeblatt seit 1905 auch Trikots und Vereinswappen der SpVgg Fürth.

Bewegte Vereinsgeschichte schon in ersten sechs Jahrzehnten

Etwa die ersten sechzig Jahre in der Vereinsgeschichte, also von der Vereinsgründung bis nach dem Zweiten Weltkrieg, beinhalten auch die größten Erfolge. Von 1912 bis 1914 ist die SpVgg Fürth dreimal Meister in der damaligen Ostkreisliga, dies bedeutet Teilnahme an der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft. 1914 geht es sogar in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft und bis ins Finale. In einem denkwürdigen Spiel (150 Minuten lang) gewinnt die SpVgg Fürth gegen den VfB Leipzig 3:2 und ist erstmals Deutscher Meister! Nach dem ersten Weltkrieg gibt es 1920 im Finale um die deutsche Meisterschaft eine Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Die Rivalität der beiden fränkischen Sportvereine ist seit dieser Zeit spannende Tradition. Als die Fürther 1926 wieder im Finale um die Deutsche Meisterschaft stehen, besiegen sie Hertha BSC Berlin mit 4:1! Diesem zweiten Titel Deutscher Meister folgt drei Jahre später, gegen den gleichen Gegner, der dritte. Im Jahre 1926 spielen die Kleeblätter beim FC Barcelona 3:3 und siegen einmal sogar 1:0! Dies zeigt die Klasse der damaligen SpVgg Fürth. In der Zeit zwischen 1910 und 1930 spielen auch etliche Spieler der SpVgg Fürth wichtige Rollen in der Deutschen Nationalmannschaft. So z. B. Karl Burger, Andreas Franz, Hans Hager, Ludwig Leinberger, Hans Lang, Leonhard Seiderer oder „Bumbes“ Hans Schmidt. Mit den 30-er Jahren geht diese erfolgreiche Zeit erst mal zu Ende. 1948 folgt der Abstieg in die Amateurliga Bayern. Doch 1950 kommt schon der Wiederaufstieg in die Oberliga Süd und sofort der Gewinn der Meisterschaft. 1954 trägt „Charly“ Karl Mai von der SpVgg Fürth als linker Außenläufer in der Deutschen Nationalmannschaft im Endspiel zum sensationellen WM-Erfolg bei. Das Jahr 1963 beenden die Fürther in der Regionalliga Süd.

1963 bis 2013 – Jubiläum zwischen Abstieg und Aufstieg

In den Jahren 1963 bis 1990 geht es von Regionalliga Süd und 2. Bundesliga abwärts bis in die Bayerische Landesliga. Hohe Verschuldung führt unter anderem zu diesem rasanten Absturz. Schon 1990 leitet ein sensationeller Sieg in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals die Wende ein. Der damalige Viertligist SpVgg Fürth siegt gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund! 1991 folgt die Rückkehr in die Oberliga, 1994 ist die SpVgg Fürth in der neu gegründeten Regionalliga. Das Jahr 1996 bringt entscheidende Veränderungen. Die Aufnahme der Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth führt zu einer Namensänderung der SpVgg Fürth zu SpVgg Greuther Fürth. Verbesserung der finanziellen Lage und 1996/97 Aufstieg in die 2. Bundesliga sind erfreuliche Folgen dieser Fusion. In der 2. Bundesliga bleibt Fürth als deren dienstältestes Team bis 2011/2012. Im Jahre 2003 feiert die SpVgg Greuther Fürth dazwischen ihr 100-jähriges Jubiläum und Tuspo Fürth wird integriert. Mit dem Meistertitel der 2. Bundesliga in der Saison 2011/2012 erreichen die Fürther zum ersten Male in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Bundesliga. Dort siegen die Kleeblätter zwar im Frankenderby beim Erzrivalen FC Nürnberg, treten aber am Saisonende den bitteren Weg zurück in die 2. Bundesliga an. Seit dem kämpft die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Fußball Bundesliga um den Wiederaufstieg in die höchste deutsche Spielklasse. Dem Abstieg und einem verpasstem Wiederaufstieg folgt leider auch der Weggang vieler Leistungsträger. In der Saison 2014/2015 schrammt die Mannschaft trotz eines Sieges in der Hinrunde gegen Nürnberg mit Platz 14 knapp am Abstieg in die 3. Liga vorbei. 2015/2016 geht es wieder etwas aufwärts, am Ende steht ein guter 9. Platz für die SpVgg Greuther Fürth zu Buche. Mit dem neuen Trainer Janos Radoki, der den im November 2016 entlassenen Stefan Ruthenbeck ablöst, soll ein Trend nach oben beginnen. Im folgenden Absatz erfahren Sie mehr über die Spielorte, an denen sich das oben zusammengefasste fußballerische (Heimspiel-) Geschehen des Vereins abspielte und abspielt.

Vom Schießanger zum Sportpark Ronhof

In den ersten drei Jahren nach der Vereinsgründung spielen die Kicker der SpVgg Fürth auf dem Platz am Schießanger. 1906 bauen die Fußballer der SpVgg sich einen eigenen Spielplatz an der Vacher Straße im so genannten Fürther Wiesengrund. Wegen des großen Zuschauer Zuspruchs und sich ausweitendem Spielbetrieb (Jugend- und Seniorenmannschaft) war aber bald darauf der Erwerb eines größeren Geländes angesagt. In der damals noch selbständigen Marktgemeinde Ronhof, im Nordosten Fürths, entsteht mit einem Haupt- und mehreren Nebenplätzen der Sportpark Ronhof. Im September 1910 kommen zum Einweihungsspiel der SpVgg gegen den damaligen Deutschen Meister Karlsruher FV rund 8.000 Zuschauer. Nach dem ersten Weltkrieg erfolgt der weitere Ausbau des Fürther Ronhofs. Die Zuschauerzahlen wachsen auf über 10.000, der Ronhof ist um 1920 das größte Sportgelände im deutschen Reich! Kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges verbrennt die aus Holz gefertigte Tribüne nach einem Brandbombenangriff. Schon 1951 folgt die Einweihung einer neuen Tribüne. Finanzielle Probleme zwingen den Verein 1983 zum Verkauf des Ronhofs an Playmobil, das dem Stadion auch seinen Namen gibt. 2010 wechselt der Name des Stadions erneut zu Trolli Arena. Beim Umbau 1997 kommt eine Nordkurve hinzu, die 2008 ein Dach erhält. Eine Rasenheizung und ein neues Gebäude für Clubverwaltung und VIP-Räume bringen die Anlage der SpVgg Greuther Fürth inzwischen auf den neuesten Stand für modernen Profifußball. Nachdem im April 2016 der Grundstein für den Bau einer neuen Tribüne erfolgte, soll das gesamte Bauprojekt zum Beginn der Saison 2017/2018 fertig sein. Seit Februar 2016 heißt das Stadion der SpVgg
Greuther Fürth jetzt Sportpark Ronhof / Thomas Sommer. Thomas Sommer ist Immobilienmakler und Sponsor der SpVgg Greuther Fürth. Derzeit hat das Stadion 18.000 Plätze, von denen je 8500 Sitz- und Stehplätze überdacht sind. Dazu kommen 1.000 Sitzplätze ohne Dach.

Personalien, sportliche Entwicklung und aktuelle Situation

In der Zweitliga-Saison 2016/2017 steht die SpVgg Greuther Fürth am vorletzten Spieltag 2016 auf dem 12. Tabellenplatz. 20 Punkte und 16:26 Tore sind noch nicht der Klassenerhalt! Deshalb ist am 16.12. beim Auswärtsspiel gegen den starken FC Union Berlin viel Einsatzwille gefragt. Einige wichtige Spieler fallen allerdings verletzt aus. Vielleicht lässt sich das alte Jahr trotzdem versöhnlich beenden?

An der Spitze der SpVgg Greuther Fürth steht seit 1996 als Präsident Helmut Hack. Der aus dem Ort Vestenbergsgreuth stammende Geschäftsmann war maßgeblich an der Integration der Fußballer des TSV Vestenbergsgreuth in die heutige SpVgg Greuter Fürth beteiligt. Hack führt die SpVgg Greuther Fürth GmbH&CoKGaA als ein modernes, wirtschaftliches Unternehmen. Zusammen mit dem Immobilienmakler Thomas Sommer betreibt er die stete Aufwärtsentwicklung der SpVgg Greuther Fürth und des Sportparks Ronhof. Der Verein hat eine zweite Fußballmannschaft, die in der Regionalliga Bayern spielt und inzwischen auch eine Frauenfußball-Mannschaft in der Bayernliga.

Cheftrainer Janos Radoki und sein Assistent Mirko Dickhaut sowie Torwarttrainer Christian Fiedler und Atlethik Trainer Manfred Düring betreuen die 1. Mannschaft. Für die 2. Bundesliga stehen neben Sebastian Mielitz drei weitere Torhüter zur Verfügung. Für die Abwehr der SpVgg Greuther Fürth stehen neben anderen erfahrenen Profis auch ehemalige Spieler aus der Bundesliga zur Verfügung. So z.B. Nicolai Rapp (von TSG Hoffenheim), Niko Gießelmann von Hannover 96 oder Khaled Narey (Dortmund). Auch im Mittelfeld stehen neben Spielern aus der eigenen Jugend wie z.B. Benedikt Kirsch oder Daniel Steininger auch erfahrene Leute wie Damjan Docovic (FC Ajaccio) oder Zlatko Tripic (Start Kristiansand) im Kader. Für den Angriff stehen z. B. der vom SC Freiburg gekommene Sebastian Freis oder Veton Berisha (Viking Stavanger) bereit.

SpVgg Greuther Fürth – Frauen, Jugendarbeit und Fans

Die SpVgg Greuther Fürth ist auch im Bereich Frauenfußball aktiv. Neben der 1. Damenmannschaft sind eine U 17 und eine U23 im Spielbetrieb. Auf seine Jugendarbeit ist der Verein SpVgg Greuther Fürth besonders stolz. Im ausgezeichneten, vereinseigenen Kleeblatt Nachwuchszentrum genießen Jugendliche von U8 bis U 23 eine fußballerische Ausbildung. Diese Jugendlichen sind auch in diversen Spielgruppen aktiv. Immer wieder gelingt es jungen Spielern in den Profikader zu gelangen. Gemeinschaftsgeist und Zusammenhalt ist hier sowieso groß geschrieben. Dies macht letztlich auch die stete Aufwärtsentwicklung der SpVgg Greuther Fürth aus. Ausdruck der Fußballbegeisterung im mittelfränkischen Fürth und dem breiteren Umfeld sind auch die Fans. Inzwischen gibt es offiziell 71 Fanclubs, die sich der SpVgg Greuther Fürth verbunden fühlen. Die Verantwortlichen des Vereins wissen dies zu schätzen und sorgen möglichst oft für Kontakt zu den einzelnen Fanclubs. Interessant ist, das bei den Fans der Name SpVgg Greuther Fürth weniger aktuell ist. Geläufiger ist vielen Fans das traditionelle SpVgg Fürth oder auch Kleeblatt Fürth. Die grünweiße Vereinsfarbe mit dem symbolischen dreiblättrigen Kleeblatt ist dagegen auf allen Fanartikeln vertreten.

Rivalität zwischen SpVgg Greuther Fürth und 1. FC Nürnberg

Zwischen Kleeblättern und Clubberern herrscht eine Art Hassliebe. Neben der sportlichen Konkurrenz spielen die Verbundenheit mit der fränkischen Heimat und die enge Nachbarschaft der beiden Orte Nürnberg und Fürth ihre besonderen Rollen. Außerdem gehörten der 1. FC Nürnberg und die SpVgg Fürth zwischen 1920 und 1930 zu den absoluten Spitzenmannschaften im deutschen Fußball.

Da kam es bei wichtigen Spielen gegen Mannschaften aus anderen Ecken von Deutschland schon mal vor, dass die Clubberer Fürth oder die Kleeblätter Nürnberg moralisch unterstützten. So z.B. als Nürnberg im Halbfinale zur deutschen Meisterschaft gegen Hertha BSC Berlin ausschied. Als die Fürther gegen die Berliner im Finale spielten, gab es lautstarke Unterstützung von den Nürnbergern. Während der gemeinsamen Bundesligazeit in der Saison 2012/2013 hat die kleine SpVgg Greuther Fürth nicht gegen den großen 1. FC Nürnberg verloren. Daheim gab es ein 0:0, in Nürnberg siegten die Kleeblätter 1:0. Je einmal verpassten sich die Rivalen eine richtige Klatsche. Im September 1962 siegte der FC Nürnberg in der Oberliga Süd mit 5:1 gegen die SpVgg Fürth. Im August 2014 revanchierte sich die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Bundesliga gegen Nürnberg ebenfalls mit einem 5:1 Sieg. Eines aber steht fest: Die SpVgg Greuther Fürth ist insgesamt auf einem guten Weg – sportlich und sozial gleichermaßen!