VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart ist ein im Jahre 1893 gegründeter Sportverein, dessen erstes Herren-Fußballteam viele Jahre in der ersten Bundesliga spielte, dort zahlreiche Erfolge verbuchen konnte und namhafte Spieler wie Jürgen Klinsmann, Krassimir Balakow oder Giovane Elber hervorbrachte. Seit 2016 ist die Mannschaft allerdings zweitklassig, kämpft aber getreu dem Vereinsmotto „furchtlos und treu“ um den Wiederaufstieg – derzeit durchaus mit guten Erfolgsaussichten.

Abstiegssorgen und Aufstiegshoffnung – Die Situation der Mannschaft von 2000 bis heute

1. Der Kader
Tor: Mitchell Langerak, Benjamin Uphoff, Jens Grahl
Abwehr: Toni Sunjic, Jean Zimmer, Florian Klein, Marcin Kaminski, Stephen Sama, Kevin Großkreutz, Philip Heise, Emiliano Adriano Insúa, Timo Baumgartl, Benjamin Pavard
Mittelfeld: Tobias Werner, Hajime Hosogai, Max Besuschkow, Alexandru Iulian Maxim, Matthias Zimmermann, Mart Ristl, Marvin Wanitzek, Christian Gentner, Anto Grgic, Joel Sonora, Berkay Özcan, Hans Nunoo Sarpei
Sturm: Simon Terodde, Boris Tashchy, Daniel Ginczek, Takuma Asano, Carlos Manuel Cardoso Mané

2. Der Trainer: Hannes Wolf

3. Meisterschaft, Trainerwechsel und Abstieg

Die 2000er Jahre brachten dem VfB Stuttgart eine Mischung aus Topplatzierungen und tiefen Kellerfahrten. Zunächst sorgten die „jungen Wilden“ von Trainer Felix Magath bestehend aus Andreas Hinkel, Aljaksandr Hleb, Kevin Kurányi und Timo Hildebrand für eine echte Überraschung, indem sie 2003 gemeinsam mit dem Rest des Teams die Vizemeisterschaft holten und sich so sogar für die Champions League qualifizierten. 2001 musste Magath, der in der Saison für Ralf Rangnick gekommen war, noch um den Klassenerhalt bangen. Dank eines Tores von Krassimir Balakow im letzten Saisonspiel verhinderte der VfB Stuttgart jedoch den Abstieg.

Nachdem Magath 2004 nach durchweg guten Platzierungen zum FC Bayern München wechselte, als Trainer Matthias Sammer sowie Giovanni Trapattoni folgten – jedoch nicht blieben – und die „jungen Wilden“ durch Wechsel von Hleb und Kurányi aufgelöst wurden, sollte der neue Cheftrainer Armin Veh in der Saison 2006/2007 für Furore sorgen. Der Augsburger war eigentlich als Notlösung für den unbeliebten Trapattoni zunächst vorläufig als Coach eingesetzt worden. Gemeinsam mit seinen „jungen Wilden II“, zu denen diesmal Talente aus den eigenen Reihen wie Mario Gómez oder Sami Khedira zählten und Einkäufe wie Ricardo Osorio zählten, sicherte er sich mit einem 2:1 gegen Energie Cottbus am letzten Spieltag den gewinn der Meisterschaft 2006/2007.

Für den VfB Stuttgart folgte eine Achterbahnfahrt, während der der amtierende Deutsche Meister nicht an die gute Leistung der Vorsaison anknüpfen konnte, sondern im Gegenteil zunächst auf die unteren Ränge der Tabelle abrutschte. Hinzukam das frühe aus in der Gruppenphase der Champions League. Stuttgart bewies jedoch Kampfgeist und Armin Veh trieb sein Team zu einer grandiosen Aufholjagd an, die in der Saison 2007/2008 auf dem sechsten Platz endete. Der Trainer musste seinen Verein im Verlaufe der folgenden Spielzeit dennoch verlassen, da der VfB Stuttgart sich erneut in der zweiten Hälfte der Tabelle befand. Unter Markus Babbel gelang dem Team die Kehrtwende und der Saisonabschluss auf der dritten Position sicherte erneut die Champions-League-Teilnahme.

Trotzdem ertönte im Jahr 2009 der Startschuss zu einer Abwärtsspirale des VfB Stuttgart, indem beispielsweise der Leistungsträger Mario Gómez für rund 30 Millionen Euro an den FC Bayern München verkauft wurde. Ein adäquater Ersatz wurde jedoch trotz des Millionen-Gewinns nicht verpflichtet. Vielmehr übten sich einige „Stars“ im Alleingang sowie in Überheblichkeit und auch die sonst so vortreffliche Jugendarbeit geriet ins Hintertreffen. Zudem begann ein wahres Trainer- und Vorstandskarussell, im Zuge dessen beispielsweise Fredi Bobic seinen Posten als Sportvorstand aufgrund Perspektivlosigkeit und einer verfehlten Einkaufspolitik räumen musste.

Trotzdem hielt sich der VfB Stuttgart nach der Saison 2008/2009 zumindest in der Bundesliga noch tapfer aufrecht. Zwar unterlag das Team 2009/2010 dem FC Barcelona im Achtelfinale der Champions League und im DFB Pokal der SpVgg Greuther Fürth. Außerdem wurde Markus Babbel mitten in der Saison entlassen, da die Mannschaft die Hinrunde erneut verschlief. Zudem wechselten Spieler wie Thomas Hitzlsperger zur Winterpause den Verein. Trotzdem gelang dem neuen Coach Christian Gross und der Mannschaft eine gute Rückrunde, welche mit dem sechsten Rang versöhnlich zu Ende ging. Dieses positive Erlebnis konnte das Team jedoch nicht mit in die neue Saison 2010/2011 nehmen, vor allem auch weil wichtige Spieler wie Jens Lehmann, Sami Khedira oder der zuvor zurückgekehrte Aljaksandr Hleb Stuttgart verließen und so für erneute Unbeständigkeit sorgten. Nach einer wieder einmal schwachen Hinrunde wurde zudem Trainer Gross entlassen, der durch den ebenfalls nicht erfolgreichen Jens Keller ersetzt wurde.

Für ihn stieß Bruno Labbadia zum Team, der einen Abstieg vorerst noch zu verhindern wusste. 2012 holte er mit den im Januar des Jahres neu zum Team hinzugekommenen Spielern Vedad Ibievic und Gotoku Sakai gar 31 Punkte in der Rückrunde, qualifizierte sich für die Europa-League-Playoffs und gelangte 2013 sogar ins DFB-Pokal-Endspiel, in welchem der VfB Stuttgart allerdings Bayern München mit 2:3 unterlag.

All diese Erfolge gaben Labbadias Team jedoch nicht genug Selbstbewusstsein, um national oder international zu bestehen. So schied die Mannschaft 2013 im Achtelfinale der Europa League gegen Lazio Rom aus, überstand nur knapp die Qualifikationsrunde der nächsten UEFA-Cup-Saison, verlor dann gegen HNK Rijeka und rutschte auch in der Bundesliga-Tabelle immer tiefer. Ein besserer Platz als Rang zwölf war seit der Spielzeit 2012/2013 nicht mehr in Aussicht für den VfB Stuttgart. Dies hatte zunächst zur Folge, dass Bruno Labbadia im August 2013 entlassen wurde. Ihn ersetzte Thomas Schneider, bis dieser nach einer 2:2 Pleite gegen den Tabellenletzten Eintracht Braunschweig und acht Niederlagen in Folge nach rund sieben Monaten wieder gehen musste. Als Trainer wurde im März 2014 Huub Stevens ins Boot geholt, der mit seinem Team knapp die Klasse hielt.

VfB Stuttgart

Da Stevens seinen Vertrag mit dem VfB Stuttgart nach Saisonende nicht verlängern wollte, lag für die Saison 2014/2015 alle Hoffnung auf Meister-Macher Armin Veh, der sich erneut für den Trainerposten bei den Rot-Weißen entschied. Dieses Intermezzo hielt jedoch nur kurz und nach zwölf Spieltagen und nur neun von 36 möglichen Punkten stand die Mannschaft nicht nur ohne Sportvorstand Fredi Bobic, sondern auch ohne Trainer Armin Veh da, der seinen Trainerposten aufgrund der Erfolgslosigkeit freistellte. Daraufhin kehrte Huub Stevens zum VfB Stuttgart zurück, der das Team erneut vor dem Abstieg bewahrte, obwohl es sich während der gesamten Saison nahezu immer auf einem Abstiegsplatz befunden hatte. Trotz drei aufeinanderfolgenden Siegen und des Klassenerhalts verlängerte der Vorstand um Robin Dutt den Vertrag mit dem Holländer abermals nicht, sondern verpflichtete zur neuen Saison Alexander Zorniger, was angeblich schon lange zuvor feststand und hinter Stevens Rücken verhandelt wurde.

Unter Zorniger lief der Start in die Spielzeit 2015/2016 jedoch nicht besser als im Jahr zuvor. Es fehlte die Energie, die häufigen Trainer-, Präsidenten- und Sportdirektorenwechsel trugen zu einem Vertrauensverlust sowie Inkonsistenz, so dass nach 13 Spieltagen lediglich zehn Punkte für den VfB Stuttgart zu Buche standen. Zudem lag später in der Saison Wechselstimmung in der Luft und die Zukunft einiger Leistungsträger wie Daniel Didavi, Filip Kostic oder Timo Werner war zumindest ungewiss. Alle drei Spieler wechselten nach dem Abstieg dann auch den Verein und gingen nach Wolfsburg, Hamburg bzw. Leipzig. Zumindest erzielten die genannten Spieler aber noch einige Tore für den VfB Stuttgart, Didavi sogar 13 Treffer. Stürmer Martin Harnik – in der Saison 2014/2015 noch gut dabei – traf dahingegen nach längerer Verletzungspause lediglich zweimal und auch Angreifer Daniel Ginczek fiel lange Zeit verletzt aus. Unter diesen Vorzeichen überstand der VfB Stuttgart die Spielzeit trotz eines erneuten Trainerwechsels von Zorniger auf Jürgen Kramny und einer zwischenzeitlichen Leistungssteigerung nicht und stieg in die zweite Bundesliga ab.

15 Abgänge hatte der VfB Stuttgart nach seinem Sturz in die zweite Liga zu verkraften. Trotzdem stand als großes Ziel für den neuen Cheftrainer Jos Luhukay der Wiederaufstieg natürlich ganz oben auf der To-Do-Liste. Luhukay legte jedoch bereits im September 2016 sein Amt nieder, nachdem es zu einem Zerwürfnis mit dem neuen Sportvorstand Jan Schindelmeiser, der für den entlassenen Robin Dutt eingestellt worden war, kam. Seitdem trainiert der erst 35-jährige Hannes Wolf den VfB Stuttgart und darf mit seinem Team auf den Aufstieg hoffen. Immerhin liegt es derzeit weit oben in der Tabelle, musste kürzlich nur eine herbe Niederlage gegen Würzburg hinnehmen. Vor der Winterpause sind es trotzdem nur drei Punkte zur alleinigen Tabellenführung.

Die größten Erfolge des VfB Stuttgart im Überblick

  • Deutscher Meister der Jahre 1950, 1952, 1984, 1992, 2007
  • Deutscher Vizemeister der Jahre 1935, 1953, 1979, 2003
  • DFB-Pokal-Sieger der Jahre 1954, 1958, 1997 (Finalteilnahmen 1986 gegen Bayern München, 2007 gegen 1. FC Nürnberg und 2013 erneut gegen Bayern München)
  • Sieger Deutscher Supercup 1992
  • Champions-League-Teilnahme 1992/93 (Ausgeschieden gegen Leeds United im Rahmen eines zusätzlichen Entscheidungsspiels, da der VfB Stuttgart im Rückspiel einen vierten Ausländer einwechselte, was damals nicht erlaubt war), 2003/2004 (Ausgeschieden im Achtelfinale gegen Chelsea), 2007/2008 (Ausgeschieden in der Gruppenphase), 2009/2010 (Ausgeschieden im Achtelfinale gegen Barcelona)
  • UEFA-Cup- bzw. Europa-League-Teilnahme 1973/1974, 1978/1979, 1979/1980, 1980/1981, 1981/1982, 1983/1984, 1988/1989 (Der VfB Stuttgart erreicht zum ersten und bislang letzten Mal das Finale des UEFA-Cups, verliert jedoch aufgrund des verlorenen Hinspiels gegen den SSC Neapel), 1989/1990, 1991/1992, 1998/1999, 2000/2001, 2002/2003, 2004/2005, 2005/2006, 2008/2009, 2010/2011, 2012/2013, 2013/2014

Die Mercedes-Benz Arena – Das Stadion der Schwaben

Seine Heimspiele trägt der VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz Arena aus, in welcher heutzutage 60.449 Zuschauer einen Platz finden, um ihr Team anzufeuern. Das Stadion im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt wurde jedoch bereits von 1929 bis 1933 errichtet und im Verlaufe der Zeit stetig renoviert, umgebaut und vergrößert. Es ist damit heutzutage eines der ältesten noch genutzten Stadien in Deutschland und die sechstgrößte überdachte Veranstaltungsstätte der Republik überhaupt.

In ihrer fast 90-jährigen Geschichte bot die Arena eine Kulisse für sportliche Höhepunkt und schwere Niederlagen, zeugt andererseits aber durch die Erbauung kurz vor der Erschaffung des „Dritten Reiches“ auch von den politischen Vorgängen in Deutschland. Ursprünglich wurde das Stadion für das „Deutsche Turnfest“ unter der Leitung von Architekt Paul Bonatz errichtet und verfügte 1935 bereits über 70.000 Plätze, auf denen Zuschauer beispielsweise Boxkämpfe von Max Schmeling zu sehen bekamen. Nach Kriegsende hatte das Stadion durch den Bau einer offenen Gegentribüne sogar eine Kapazität von 97.500 Steh- und Sitzplätzen. Der VfB Stuttgart spielte übrigens noch bis 1936 am „Platz an den drei Pappeln“ in der Nähe der König-Karl-Brücke, bevor er die „Kampfbahn“ zu seinem Heimatdomizil erklärte.

Seitdem ist einiges geschehen und zahlreiche Veranstaltungen ereigneten sich in dem Stadion am Neckar. So wurden hier etwa 1986 im Rahmen der XIV. Leichtathletik-Europameisterschaft neue Rekorde aufgestellt, die Rolling Stones, Bon Jovi und Pink Floyd begeisterten ihr Fans und im X. Euro-Bowl-Finale sicherten sich 1996 die Hamburg Blue Devils den Sieg. Aber auch fußballerisch ereigneten sich in der Arena viele unterschiedliche spannungsgeladene Herzschlagmomente. Beispielsweise wurde hier das UEFA-Cup-Finale 1989 ausgetragen, in welchem der VfB sich in einem nervenaufreibenden Kampf gegen den SSC Neapel mit Diego Maradonna stark präsentierte. Ferner diente das Stadion als Austragungsort für eine Vielzahl von Länderspielen unter anderem das Match um Platz Drei zwischen Portugal und Deutschland im Zuge der FIFA-Weltmeisterschaft 2006.

Da die Arena im Laufe der Zeit also für immer bedeutendere Events mit immer höheren Ansprüchen einen Veranstaltungsort bieten musste, wurde sie vor allem vor großen Highlights umgebaut. Dies geschah etwa vor der WM 1974, als nach dem einzigen Bürgerentscheid Stuttgarts eine neue, dreigeschossige Haupttribüne mit Überdachung errichtet sowie eine Anzeigetafel installiert wurde. 1993 fuhren die Verantwortlichen für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 dann noch größere Geschütze auf. Nicht nur wurde die Haupttribüne erneut umgebaut. Vielmehr erhielt die Stätte ein neues Dach mit Stahlseilbinder-Konstruktion. eine neue Flutlichtanlage sowie den Namen „Gottlieb-Daimler-Stadion“. Nachdem dieses vor der WM 2006 nochmals modernisiert und beispielsweise die Gegentribüne mit einem zweiten zuschauerrang ausgestattet wurde, erfolgte von 2009 bis 2001 die wohl größte Veränderung in der Geschichte des Gebäudes. Das bereits im Jahr zuvor in „Mercedes-Benz Arena“ umbenannte Stadion wurde trotz des Spielbetriebes in eine multifunktionale Fußballarena umgewandelt, indem zum Beispiel die Rasenfläche tiefergelegt, die Haupt- und Gegentribüne sowie die Cannstatter Kurve erweitert oder die Laufbahn abgeschafft wurde. So soll den Fans ein ungestörtes Fußballerlebnis möglichst nah am Spielfeldrand ermöglicht werden.

Weitere interessante Fakten zum VfB Stuttgart

  • Als Maskottchen des VfB Stuttgart fungiert seit 1992 das Krokodil „Fritzle“. Das urschwäbische Reptil ist laut eigener Aussage „das fußballerisch begabteste Krokodil aller Zeiten“ und feuert den VfB Stuttgart bei jedem Heimspiel kräftig an.
  • Die Mercedes-Benz Arena wurde im Laufe der Jahre mehrfach umbenannt: So hieß sie zunächst Adolf-Hitler-Kampfbahn (1933 bis 1945), dann Century Stadium (1945 bis 1949) und Neckarstadion (1949 bis 1993) und außerdem noch Gottlieb-Daimler-Stadion (1993 bis 2008), bevor sie ihren heutigen Namen erhielt.
  • Unweit der Mercedes-Benz Arena liegt zudem der Cannstatter Wasen, ein großer Festplatz, auf dem alljährlich das Cannstatter Volksfest sowie das Stuttgarter Frühlingsfest stattfindet.
  • Borussia Dortmund ist nicht gerade der Lieblingsgegner der Schwaben: Gegen die Schwarz-Gelben erlebte der VfB Stuttgart sowohl seine höchste Heimniederlage mit 0:5 als auch die höchste Auswärtsniederlage mit 7:1.
  • Der höchste Heimsieg gelang dahingegen gegen SSV Jahn Regensburg in der zweiten Bundesliga Süd mit 8:0 Toren.