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Videobeweis: Tatsächlich schon alltagstauglich?

In der kommenden Bundesliga-Saison wird der Videobeweis auch in der Bundesliga seinen Einzug feiern und krassen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters den Garaus machen. Beim Confed Cup in Russland feierte das technische Hilfsmittel bereits sein Debüt, welches insgesamt durchwachsen war. Denn Anlaufschwierigkeiten waren und sind unverkennbar, allen voran die Spielunterbrechungen nehmen noch zu viel Zeit in Anspruch. Somit drängt sich die Frage auf, ob der Videobeweis auch wirklich schon alltagstauglich ist?

Videobeweis: Gelungenes Debüt bei Confed Cup

Der lange Zeit umstrittene Videobeweis soll schon bald auch in der Bundesliga für mehr Gerechtigkeit sorgen. Allein an den ersten 30 Spieltagen der abgelaufenen Saison wurden 93 falsche Schiedsrichter-Entscheidungen gezählt, von denen 67 mithilfe des Videobeweises hätten korrigiert werden können. Das entsprechen 72 Prozent oder rund zwei von drei Fehlern. Auch beim Confed Cup gab es während der Gruppenphase reichlich strittige Szenen, die für jede Menge Zündstoff und Diskussionen sorgten, denen aber mit Hilfe des Videobeweises der Wind aus dem Segel genommen werden konnte – zumindest fast immer. Somit kann ganz nüchtern betrachtet davon ausgegangen werden, dass das System für den Fußball mehr Segen als Fluch ist.

Den besten Beweis lieferte der Confed Cup, dem ersten ‘wichtigen’ FIFA-Turnier, in dem die Technik probehalber eingesetzt wurde. Allein am 2. Spieltag wurde die technische Überwachung viermal in den Spielen zwischen Chile und Kamerun (2:0) und Portugal gegen Mexiko (2:2) zu Rate gezogen, um die Frage nach Tor oder nicht Tor zu beantworten. Dabei ging es um vermeintliche Abseitsstellungen. Das Gute: Viermal wurde daraufhin die richtige Entscheidung gefällt. Somit kann festgehalten werden, dass das System bereits zuverlässig funktioniert.

Videobeweis muss schneller funktionieren

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Verbesserungsbedarf gibt es freilich in der Dauer, bis eine Entscheidung getroffen wurde. Diese lag in diesen Fällen zwischen 56 Sekunden und 2:09 Minuten! Für Fans und vor allem die Spieler eine gefühlte Ewigkeit zwischen Hoffen und Bangen. Und wenn auf dem Rasen und der Tribüne eine gefühlte Ewigkeit Ratlosigkeit herrscht, kann das nicht im Sinne des Systems sein.

Keine Frage, hier besteht dringender Optimierungsbedarf, zumal solch eine Zeitspanne auch nicht den eigenen Anspruch der Technik genügt. Wird der Videobeweis auch in der Bundesliga so viel Zeit beanspruchen? Das lässt sich im Vorfeld natürlich noch nicht zuverlässig feststellen, was wiederum gegen die Alltagstauglichkeit des technischen Hilfsmittel spricht. Aber erst kürzlich hat die einstige Schiedsrichter-Koryphäe Hellmut Krug davon gesprochen, dass bei Inanspruchnahme des Videobeweises zwischen 30 bis 40 Sekunden Klarheit herrschen sollte – selbst bei schwierigen Situationen! Klingt natürlich anders als 2:06 Minuten, doch zugleich sei erwähnt, dass Hellmut Krug der Projektleiter für den Videobeweis bei der DFL dem DFB ist, von dem natürlich wenig negative Aussagen zu erwarten sind.

Bundesliga-Kontrolleure sind mit Technik besser vertraut

Das der Videobeweis in der Bundesliga schneller als beim Confed Cup ‘funktionieren’ soll bzw. hoffentlich wird, ist ganz einfach der Tatsache geschuldet, dass laut DFL die Supervisoren an den Bildschirmen und Monitoren deutlich besser geschult sind und somit auch in entscheidungsschneller seien als ihre Kontrolleure der FIFA beim Confed Cup in Russland. Zumal die Bundesliga-Kollegen schon seit einem Jahr mit der Technik vertraut sind. Bleibt die Hoffnung, dass diese vollmundige Ankündigung auch tatsächlich eingehalten wird, wenn die Bundesligaspiele von oben kontrolliert werden. Sonst wird die ganze Geschichte einen heftigen Einschnitt für die Emotionen bedeuten, da es sich mit minutenlanger Verzögerung längst nicht so sehr über ein Tor jubeln lässt, als im direkten Moment des Treffers.

Darüber hinaus wäre es wünschens- und erstrebenswert, dass die Visualisierung des Prozesses besser läuft als bei der WM-Generalprobe. Das gilt allen voran für die Zuschauer und Fans in den Stadien.

Einsatz von Videobeweis muss für Fans klar sein

Aber wie bei allen Neuerungen verlangt auch der Videobeweis von allen Seiten Lerneffekte. Spieler und Zuschauer werden sich erst noch an das technische Hilfsmittel gewöhnen müssen. Wobei zu beachten ist, dass der Videobeweis nicht den Anspruch auf absolute Gerechtigkeit erhebt. Denn nur bei „klaren Fehlentscheidungen“ wird von außen eingegriffen, wobei das Protokoll des International Football Association Board (IFAB) genau vier Fälle vorsieht:

  • bei Toren,
  • Elfmetern,
  • Roten Karten
  • oder Spielerverwechslungen,

Gerade bei der Frage, in welchen Situationen der Videobeweis überhaupt genutzt werden soll, werden bei vielen Fans Fragezeichen auf die Stirn zum Vorschein kommen. Ein gutes Beispiel lieferte gleich das Auftaktspiel des Confed Cup, wo es für Russland gegen Neuseeland einen Elfmeter hätte geben müssen. Der Schiedsrichter hatte das Foulspiel des neuseeländischen Torhüters nicht gesehen und der Video-Schiri wurde gar nicht erst kontaktiert. Die Begründung: Die Situation war nicht eindeutig genug gewesen! Sehr unglücklich.

Und auch der Auftritt des Schiedsrichter beim Spiel Deutschland gegen Kamerun war äußerst unglücklich, als dieser trotz eines Blicks auf den Bildschirm erst dem falschen Spieler die Rote Karte zeigte.

Videobeweis: Technik ist alltagstauglich, aber auch das Personal?

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Technik zweifelsohne funktioniert und auf jeden Fall einen Mehrwert verspricht. Aus dieser Sicht ist der Videobeweis definitiv alltagstauglich und auch reif für den Bundesliga-Einsatz, wo das entsprechende Personal auch die Wartezeit bis zur Entscheidungsfindung kürzer gestalten wird. An dieser Stelle auch noch der Querverweis zu anderen Sportarten wie Eishockey erlaubt, wo der Videobeweis schon lange zum Alltag gehört und nicht mehr wegzudenken ist. Und die Fans klagen auch schon lange nicht mehr über die Unterbrechung und freuen sich weiterhin frenetisch über einen Tor-Zuspruch für die eigene Mannschaft.

Man darf auf jeden Fall sehr gespannt sein, wie sich der Videobeweis im Bundesliga-Geschäft bewährt. Da er einzig der Gerechtigkeit dient, was gerade im Milliardengeschäft Fußball das alles entscheidende Kriterium sein sollte, ist der Einsatz sinnvoll. Die Alltagstauglichkeit hat das System beim Confed Cup durchaus untermauert. Einzig die handelnden Personen wirkten mitunter überfragt und leicht überfordert. Hier sollte die Bundesliga ein besseres Bild abgeben, sodass die Schiedsrichter auf den Platz sowie die Supervisoren an den Bildschirmen für einen reibungslosen und schnellen Ablauf sorgen.

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