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Wenig Zuschauer auch bei der WM 2018?

Es herrscht Geisterspielstimmung beim Confed Cup in Russland. Zumindest dann, wenn nicht die Russen auf dem Platz stehen und spielen. Fast bekommt man den Eindruck, als wäre jedes Wort von der Ersatzbank, jeder Ausruf von jedem Spieler auf dem Platz zu Hören. Das liegt an dem mangelnden Interesse der Zuschauer bei dem diesjährigen Miniturnier. Für Gastgeber Russland sollte der Confed Cup eigentlich eine Art Generalprobe für die Weltmeisterschaft im eigenen Land werden, doch davon sind die Veranstalter noch meilenweit entfernt.

Die Zahlen sind zu niedrig

Zum Eröffnungsspiel in Sankt Petersburg waren nur 50.251 Zuschauer anwesend, 34.372 kamen zuletzt nach Kasan, in Moskau waren es 33.492 und in Sotschi, beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Australien, nur 28.605. Und das sind die offiziellen Zahlen – wer selbst im Stadion gewesen ist, dem kamen selbst diese Zahlen noch zu hoch gegriffen vor. Die Statistiken sagen, die Stadien seien nur zu 75 Prozent belegt. Einige Medien in Kasan haben gar berichtet, dass staatliche Behörden für ihre Mitarbeiter Gratistickets organisiert hätten. Und auch was die Stimmung angeht, sind die vier Austragungsorte noch meilenweit von dem eigentlich angekündigten und erhofften Fußballfest entfernt. Zwar sind sowohl Moskau als auch Sankt Petersburg voll von Gästen aus dem Ausland – diese interessieren sich aber eher für die weißen Nächte oder dem Roten Platz. Nur 25.000 Tickets für den Confed Cup gingen bisher an Ausländer – so die Organisatoren. Und die größten bisher wahrnehmbaren Fanfraktionen kommt aus Chile und Mexiko. Ein paar Hundert Deutsche sollen es zum Auftakt gegen Australien nur gewesen sein. Die Spieler selbst zeigten sich verwundert: „Als wir vor dem Spiel im Gang standen, da hat es ein bisschen etwas von einer Beerdigung gehabt“, so Leon Goretzka nach dem Spiel.

Foto: fifg / Shutterstock.com

Sorokin kontert

Die Organisatoren zeigen sich demonstrativ zufrieden mit den Zuschauerzahlen und dem bisherigen Turnierverlauf. Gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass sagte Fifa-Boss Gianno Infantino: „Die Zuschauerzahlen erfreuen uns, die Atmosphäre in den Stadien ist einfach erstaunlich.“ Etwas gereizter reagierte dagegen der Generaldirektor des Organisationskomitees, Alexej Sorokin: „Bei jedem Confed Cup gab es Spiele, bei denen die Tribünen nicht voll besetzt waren.“ Und tatsächlich: Auch bei anderen Turnieren gab es ähnliche Zuschauerzahlen. Als der Confed Cup 2005 in Deutschland stattfand, gab es zum Beispiel bei den Spielen

  • Spanien gegen Neuseeland in Rustenburg 21.000 Zuschauer
  • Australien gegen Tunesien in Leipzig 24.000 Zuschauer

Dennoch hören die Diskussionen zu diesem Thema nicht auf. Es geht zum Beispiel darum, wie fußballbegeistert die Russen tatsächlich sind. Das Meinungsforschungsinstitut Wziom veröffentlichte vor zwei Jahren eine interessante Studie zu diesem Thema. Die Organisatoren des Confed Cups und der WM im kommenden Jahr werden dies wohl nicht so gerne lesen:

  • 73 Prozent der Bevölkerung steht dem Fußball gleichgültig gegenüber
  • 19 Prozent interessieren sich dafür
  • 8 Prozent bezeichnen sich selbst als Fan

Auch die Preise sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Für russische Staatsangehörige gibt es zwar eine eigene Preiskategorie: Ein Russe kommt für 15 Euro ins Stadion. Ein normales Ticket beginnt bei 65 Euro. Und bei der Weltmeisterschaft sind noch höhere Preise geplant: So soll der Ticketpreis ab 100 Euro beginnen, wer das Finale sehen will, kommt nicht unter 200 Euro für eine Eintrittskarte weg.

Für die WM werden mehr Zuschauer erwartet

Es kam schon einmal vor, dass eine Fußball Weltmeisterschaft in einem Land ausgetragen wurde, in dem Fußball nicht zur beliebtesten Sportart gehört: 1996 in den USA. Dennoch waren die Stadien immer sehr gut besucht, selbst die Einheimischen, normalerweise eher für Basketball, Eishockey oder Baseball zu begeistern, sahen gespannt zu. Dass es in Russland 2018 anders werden wird, scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt wenig wahrscheinlich.

Ticketpreise und der Stellenwert des Turniers

Ein großer Faktor bei den Fans spielt nicht nur der Ticketpreis oder die allgemeine Begeisterung in Russland. Vielmehr ist das Turnier selbst dafür verantwortlich, dass nur wenige Zuschauer in die Stadien kommen. Kaum ein Fan aus Deutschland, Australien, Neuseeland oder Portugal nimmt die Strapazen einer Reise nach Russland auf sich, um bei diesem, auch aus sportlicher Sicht eher unbedeutenden, Turnier teilzunehmen. Selbst Joachim Löw musste bei seiner Auswahl an Spielern auf die Belange der Bundesliga Rücksicht nehmen und tritt mit einer B-Elf an. „Es sind sich alle einig, dass wir den Confed Cup nicht mehr brauchen.“ Er sei ein „Wettbewerb ohne Wert“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, der vor allem die zusätzlichen Belastungen der Nationalspieler kritisierte. Thomas Müller, Manuel Neuer, Mats Hummels – alles Bayern Spieler, die normalerweise bei einem Turnier für die deutsche Mannschaft aufgelaufen wären. Die Ablehnung der Vereine kann Joachim Löw verstehen, „auch ich finde den gesamten Terminkalender extrem gefüllt.“ Für schlechte Stimmung sorgte nach der Gruppenauslosung auch der DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, der sich über die Finanzen aufregte: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass wir hier ein Turnier zu einem schwierigen Zeitpunkt spielen und wir als Verband noch draufzahlen müssen. Wir kommen als Weltmeister, als eine große Mannschaft. Wir versuchen, freundlich gegenüber dem Land zu sein. Und haben letztendlich 1,6 Millionen Dollar Startgeld“, sagte Bierhoff der Deutschen Presse-Agentur in Kasan. „Es werden nur geringe Kapazitäten von Hotels bezahlt. Bei dem heutigen Stand werden wir als Verband draufzahlen, auch wenn wir gewinnen“, sagte Bierhoff. Für den Turniersieg würde der DFB 4,1 Millionen Dollar kassieren. Für den WM-Sieg 2014 hatte der deutsche Verband von der Fifa 35 Millionen Dollar bekommen. Das gesamte Preisgeld für den Confederations Cup beläuft sich nun auf 20 Millionen Dollar für alle acht Teams. Auch das zeigt den Stellenwert des Turniers.

Fazit: Bei der WM wird es sicherlich besser

Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass die Zuschauerzahlen während der Weltmeisterschaft in Russland besser werden. Es geht um wesentlich mehr und viel mehr Mannschaften stehen zur Verfügung, vor allem aus Europa. Das wird jede Menge Fans in die Stadien locken.

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